Teil 3 - Stopp & Go im Aubrac: Vertrauen ohne Plan
Nach einigen Tagen Pause breche ich wieder auf. Ich gehe langsam, vorsichtig, nur zehn bis zwölf Kilometer am Tag. Meine Achillessehnen brauchen Zeit, und ich beginne zu verstehen, dass dieser Weg nicht nach meinen Vorstellungen funktionieren wird. Also treffe ich eine neue Entscheidung: keine Reservierungen mehr. Jeden Morgen einfach losgehen und darauf vertrauen, dass sich am Ende des Tages eine Lösung findet. In Quatre Chemins, einer winzigen Ansammlung von Häusern, stehe ich ohne Buchung vor einer Herberge. Es regnet, ich bin müde – und trotzdem finde ich ein Bett. Zum ersten Mal spüre ich, dass dieses „Ins Unbekannte laufen“ funktionieren kann. Gleichzeitig merke ich, wie sehr mir mein warmes Zuhause fehlt. Die Höhenlage bringt kalte Temperaturen, und mein Körper ist noch nicht im Rhythmus des Fernwanderns angekommen. In einer Herberge lerne ich Anne und Michel aus der Bretagne kennen. Es ist erstmal eine Begegnung wie jede andere unter Pilgern. Auch sie wollen bis S...