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Es werden Posts vom April, 2023 angezeigt.

Teil 2 - Zwischen Aufbruch und Überforderung: Wenn der Weg plötzlich anstrengend wird

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 Nach dem feierlichen Aufbruch in Le Puy-en-Velay kehrt erstaunlich schnell der Alltag ein und bringt mir eine Menge Organisationsstress: Pilger sind ungewöhnlich zahlreich, Unterkünfte knapp, und meine freie Zeit besteht plötzlich aus Telefonaten, Planänderungen und der Suche nach einem Bett für die Nacht. Gleichzeitig beginnt eine andere Herausforderung: die vielen Menschen. Small Talk gehört auf dem Jakobsweg einfach dazu, doch ich bin es nicht gewohnt, ständig von Stimmen, Fragen und Begegnungen umgeben zu sein. Wind und Kälte zehren an meiner Energie, und mein Körper wirkt noch träge, als hätte er nicht ganz verstanden, dass dies keine kurze Wanderung ist, sondern ein langer Weg. Eine besonders lange Etappe führt mich von Sauges nach Les Faux. 27,5 Kilometer – zu viel für diesen frühen Zeitpunkt. Meine Füße melden sich, die Achillessehnen ziehen, die Knie protestieren. Nichts Dramatisches, aber genug, um mich nachdenklich zu machen. Vor der Reise wurde i...

Teil 3 - Stopp & Go im Aubrac: Vertrauen ohne Plan

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Nach einigen Tagen Pause breche ich wieder auf. Ich gehe langsam, vorsichtig, nur zehn bis zwölf Kilometer am Tag. Meine Achillessehnen brauchen Zeit, und ich beginne zu verstehen, dass dieser Weg nicht nach meinen Vorstellungen funktionieren wird. Also treffe ich eine neue Entscheidung: keine Reservierungen mehr. Jeden Morgen einfach losgehen und darauf vertrauen, dass sich am Ende des Tages eine Lösung findet. In Quatre Chemins, einer winzigen Ansammlung von Häusern, stehe ich ohne Buchung vor einer Herberge. Es regnet, ich bin müde – und trotzdem finde ich ein Bett. Zum ersten Mal spüre ich, dass dieses „Ins Unbekannte laufen“ funktionieren kann. Gleichzeitig merke ich, wie sehr mir mein warmes Zuhause fehlt. Die Höhenlage bringt kalte Temperaturen, und mein Körper ist noch nicht im Rhythmus des Fernwanderns angekommen. In einer Herberge lerne ich Anne und Michel aus der Bretagne kennen. Es ist erstmal eine Begegnung wie jede andere unter Pilgern. Auch sie wollen bis S...

Teil 1 - Aufbruch: Der Moment, in dem der Traum Realität wird

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Endlich stehe ich in Montfaucon-en-Velay. Monate der Vorbereitung liegen hinter mir – und jetzt beginnt meine Reise wirklich. Ich starte mit einem Experiment: Zelt, Freiheit und die Hoffnung, unterwegs meinen eigenen Rhythmus zu finden. Mein erster Schlafplatz im Wald fühlt sich friedlich an. Noch ist alles neu, alles möglich. Schon am zweiten Tag lerne ich, dass der Jakobsweg sich nicht um meine Pläne kümmert. Eine Herberge existiert nicht mehr, die andere öffnet erst Wochen später. Regen, eisiger Wind, und plötzlich geht es nicht mehr um Romantik, sondern um ein warmes Zimmer und eine heiße Dusche. Als ich schließlich bei Gilbert und Ninou unterkomme, fühle ich mich gerettet. Am nächsten Morgen breche ich gut gelaunt wieder auf – durch eine Auvergne, die kalt, grau und noch im Winterschlaf wirkt. Sogar Schneeflocken tanzen durch die Luft. Auf dem Weg nach Le Puy-en-Velay treffe ich Aude, die an einer Weltmeisterschaft im Eisschwimmen teilgenommen hat. Wir laufen gemei...